Altstadtadtarmenküche auf dem Burgplatz © Lokalbüro

Alt­stadt­adt­ar­men­kü­che auf dem Burg­platz © Lokalbüro

 

Die Sonne zeigte sich zurück­hal­tend, das ange­kün­digte Gewit­ter blieb aus – beste Vor­aus­set­zun­gen für das große Som­mer­fest der Alt­stadt-Armen­kü­che. Am Sams­tag ver­wan­delte sich der Burg­platz von 12 bis 18 Uhr zum 34. Mal in eine Bühne für das Motto „Essen für Arme und Rei­che”, bei dem Stamm­gäste der Ein­rich­tung und Besu­cher aus allen Tei­len der Stadt­ge­sell­schaft zusammenkamen.

Im Rat­haus kocht die Alt­stadt-Armen­kü­che seit 34 Jah­ren an jedem Tag der Woche ein fri­sches Mit­tag­essen und bie­tet Sozi­al­be­ra­tung an. Beim Fest auf dem Burg­platz öff­nete sich die­ses Ange­bot für einen Tag nach außen – und wurde nach Ver­eins­an­ga­ben zu einem Fest kul­tu­rel­ler Teil­habe und eines Mit­ein­an­ders, das im All­tag vie­ler Men­schen zu kurz kommt.

Die Zah­len des Tages spre­chen für sich: Fast 1000 Por­tio­nen Erb­sen­suppe, 800 Brat­würste, 300 Stück Kuchen und 450 Tas­sen Kaf­fee gin­gen über die Aus­ga­be­ti­sche, dazu 2700 Glä­ser Schu­ma­cher Alt sowie zahl­rei­che Was­ser und Soft­drinks. Wer es vegan mochte, kam mit Lin­sen­suppe und pflanz­li­chen Grill­würs­ten eben­falls auf seine Kos­ten. Mög­lich wurde all das durch den Ein­satz von mehr als 60 ehren­amt­li­chen Hel­fern, die nach Ver­eins­an­ga­ben mit Tat­kraft und der Herz­lich­keit zur Sache gin­gen, die den Ver­ein seit Jahr­zehn­ten prägt.

Unter den Gäs­ten war auch ein Zahn­arzt aus Karls­ruhe, der schon zum drit­ten Mal anreiste, um beim Fest alte Freunde aus sei­ner Düs­sel­dor­fer Stu­di­en­zeit zu tref­fen. Von der Atmo­sphäre zeigte er sich beein­druckt und lobte gegen­über einer Hel­fe­rin das bunte Mit­ein­an­der vor Ort, bevor er eine groß­zü­gige Spende in die Sam­mel­büchse steckte – ein Bei­trag zu einem Ver­ein, der sich aus­schließ­lich aus Spen­den finanziert.

Neben Geld gab es an die­sem Tag noch eine andere Form der Unter­stüt­zung: Musik. Gleich fünf Bands ver­zich­te­ten auf ihre Gage und sorg­ten auf der gro­ßen Bühne für Stim­mung. Die „Dead Dates” eröff­ne­ten mit Punk, „Ché­lona” brachte grie­chi­sche Klänge auf den Platz, die Taiko-Tromm­ler von „Wado­kyo” begeis­ter­ten mit ihrer Per­cus­sion, ehe „Heavy Gummi” und „Inferno” die Menge zum Mit­sin­gen brach­ten. Bei eini­gen Stü­cken griff sogar Pater Wolf­gang, Mit­grün­der der Alt­stadt-Armen­kü­che, selbst zur Bluesharp und mischte auf der Bühne mit.

Zwi­schen den Auf­trit­ten erzählte er aus dem All­tag der Men­schen, die durch Armut, Woh­nungs­lo­sig­keit und andere Not­la­gen belas­tet, aus­ge­grenzt und stig­ma­ti­siert wer­den. Für sie sei die Alt­stadt-Armen­kü­che ein täg­li­cher Ort der Begeg­nung, an dem nie­mand einen Aus­weis vor­le­gen oder sich recht­fer­ti­gen müsse, um an einem gedeck­ten Tisch Platz zu neh­men und Hilfe zu bekom­men. Man­che Gäste kämen nur für eine kurze Phase ihres Lebens, andere seit Jahrzehnten.

Mit dem Fest auf dem Burg­platz wollte die Alt­stadt-Armen­kü­che nach eige­nem Ver­ständ­nis auch in die­sem Jahr ein Zei­chen set­zen: für Gerech­tig­keit, für ein ver­ant­wor­tungs­vol­les Mit­ein­an­der in der Stadt – und dafür, Armut in Düs­sel­dorf sicht­bar zu machen, statt sie zu verdrängen.

Mehr Infor­ma­tio­nen zur Arbeit der Alt­stadt-Armen­kü­che gibt es unter armenkueche.de.