Rund 30 ehren­amt­li­che Hel­fe­rin­nen und Hel­fer haben am Sams­tag auf dem Golz­hei­mer Fried­hof his­to­ri­sche Grab­male von Moos, Laub und Efeu befreit. Die Stadt Düs­sel­dorf und der Ver­ein „Der Golz­hei­mer Fried­hof soll leben e.V.“ hat­ten gemein­sam zum inzwi­schen eta­blier­ten Paten­schafts­ak­ti­ons­tag ein­ge­la­den. Dabei ging es nicht nur um die Pflege der his­to­ri­schen Steine: Der Akti­ons­tag zeigte auch, dass das Enga­ge­ment für das Kul­tur­denk­mal wächst.

Auf dem park­ähn­li­chen Gelände an der Ecke Fischer­straße und Kleve Straße sind rund 350 his­to­ri­sche Grab­male aus dem 19. Jahr­hun­dert erhal­ten. 104 von ihnen ste­hen inzwi­schen unter einer Paten­schaft. Dahin­ter ste­hen 77 Paten­schaf­ten enga­gier­ter Düs­sel­dor­fe­rin­nen und Düs­sel­dor­fer. Seit dem ver­gan­ge­nen Akti­ons­tag im Sep­tem­ber 2025 konn­ten durch die Arbeit des Ver­eins sie­ben wei­tere Paten­schaf­ten für ins­ge­samt neun Grab­male ver­mit­telt werden.

Schon am Vor­mit­tag füll­ten sich die Wie­sen zwi­schen den alten Grab­stät­ten mit bun­ten Gieß­kan­nen und Eimern. Mit­brin­gen muss­ten die Hel­fe­rin­nen und Hel­fer nichts. Zwei Mit­ar­bei­ter des städ­ti­schen Garten‑, Fried­hofs- und Forst­am­tes hat­ten einen Was­ser­wa­gen samt Schläu­chen sowie Wur­zel­bürs­ten, Schwämme, Besen und wei­te­res Rei­ni­gungs­ge­rät bereitgestellt.

In klei­nen Grup­pen mach­ten sich die Ehren­amt­li­chen auf den Weg zu den von ihnen über­nom­me­nen Grab­ma­len. Sie ver­gli­chen ihre Auf­zeich­nun­gen, prüf­ten den Zustand der Steine und began­nen anschlie­ßend mit der Rei­ni­gung. Fach­lich beglei­tet wurde die Aktion erneut von dem Stein­re­stau­ra­tor Vik­tor Kliewe, der bereits im ver­gan­ge­nen Jahr mit sei­nem Wis­sen zur Seite gestan­den hatte.

Enga­ge­ment für ein Stück Düs­sel­dor­fer Geschichte
Zur Begrü­ßung ver­sam­mel­ten sich die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer zunächst unter einem Pavil­lon der Stadt. Doris Tör­kel, Lei­te­rin des Garten‑, Fried­hofs- und Forst­am­tes, dankte den Ehren­amt­li­chen für ihren Ein­satz und wür­digte die lang­jäh­rige Unter­stüt­zung des Gar­ten­am­tes für die gemein­same Aktion. Für den Fried­hofs­ver­ein sprach Schatz­meis­ter Chris­tian Lösch­ner und hob die Bedeu­tung des ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments für den Erhalt des Kul­tur­denk­mals hervor.

Auch Ver­tre­ter wei­te­rer Düs­sel­dor­fer Ver­eine und Unter­neh­men nah­men teil. Dazu gehörte erneut die Ergo, die im Vor­feld inner­halb ihrer Beleg­schaft für eine Betei­li­gung an der Aktion gewor­ben hatte.

Einen beson­ders per­sön­li­chen Moment gab es beim Geden­ken an das ver­stor­bene Ver­eins­mit­glied Ange­lika Lied­he­ge­ner. Sie war dem Golz­hei­mer Fried­hof, dem Ver­ein und der Stadt Düs­sel­dorf über viele Jahre eng ver­bun­den. Zu ihrem Andenken wurde wäh­rend des Akti­ons­ta­ges ein Baum gepflanzt. Lied­he­ge­ner selbst hatte zu Leb­zei­ten bereits drei Baum­spen­den und eine Bank­spende für den Golz­hei­mer Fried­hof geleistet.

Bei Was­ser und Gebäck kamen die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer anschlie­ßend noch mit­ein­an­der ins Gespräch, bevor die eigent­li­chen Pfle­ge­ar­bei­ten begannen.

Neue Mit­glie­der und ein neues For­mat
Der Ver­ein freut sich zugleich über zuneh­men­des Inter­esse an sei­ner Arbeit. Bei einer jüngs­ten Füh­rung über den Golz­hei­mer Fried­hof zeig­ten sich 41 junge Men­schen inter­es­siert. Einige von ihnen haben inzwi­schen bereits einen Mit­glied­schafts­an­trag gestellt und auch Inter­esse an einer eige­nen Paten­schaft bekundet.

Mit „Stein und Wein“ hat der Ver­ein dar­über hin­aus ein neues regel­mä­ßi­ges For­mat ins Leben geru­fen. Jeden Don­ners­tag ab etwa 18 Uhr tref­fen sich Inter­es­sierte, um gemein­sam his­to­ri­sche Grab­male zu rei­ni­gen. Der Name ist dabei Pro­gramm: Nach der Arbeit gehört auch das gesel­lige Bei­sam­men­sein dazu.

Dass die Hemm­schwelle für einen ers­ten Kon­takt offen­bar nied­rig ist, zeigte sich auch beim Paten­schafts­ak­ti­ons­tag selbst. Drei neue Besu­cher kamen im Laufe des Vor­mit­tags auf den Fried­hof, infor­mier­ten sich über die Arbeit des Ver­eins und konn­ten direkt vor Ort mit den Ver­ant­wort­li­chen ins Gespräch kommen.

Der Ver­ein will das Kul­tur­denk­mal bewah­ren
Der Ver­ein „Der Golz­hei­mer Fried­hof soll leben e.V.“ setzt sich seit Jah­ren für den Erhalt des his­to­ri­schen Fried­hofs und der dort erhal­te­nen Grab­male ein. Zu sei­nen Auf­ga­ben gehö­ren die Pflege und – wo nötig und mög­lich – die Restau­rie­rung der his­to­ri­schen Grab­steine. Außer­dem infor­miert der Ver­ein über die kul­tur­his­to­ri­sche Bedeu­tung der Anlage, ver­mit­telt Paten­schaf­ten und sam­melt Spen­den für not­wen­dige Restaurierungsarbeiten.

Wer sich über den Ver­ein, seine Pro­jekte oder die Geschichte des Golz­hei­mer Fried­hofs infor­mie­ren möchte, fin­det wei­tere Infor­ma­tio­nen unter www.der-golzheimer-friedhof-soll-leben.de.

Wer selbst eine Paten­schaft für ein his­to­ri­sches Grab­mal über­neh­men möchte, kann sich auch direkt an die Stadt Düs­sel­dorf wen­den. Ansprech­part­ne­rin beim Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt ist Ste­pha­nie Phil­ipps. Sie ist tele­fo­nisch unter 0211–8994805 oder per E‑Mail unter stephanie.philipps@duesseldorf.de erreichbar.

Der Golz­hei­mer Fried­hof zählt zu den bedeu­ten­den his­to­ri­schen Fried­hofs­an­la­gen Nord­rhein-West­fa­lens. Ange­legt wurde er einst nach den Vor­stel­lun­gen des Gar­ten­ar­chi­tek­ten Maxi­mi­lian Fried­rich Weyhe. Heute sind es vor allem die Ehren­amt­li­chen, die dafür sor­gen, dass die Geschichte, die in sei­nen Grab­ma­len sicht­bar geblie­ben ist, nicht unter Moos und Efeu verschwindet.